Warum „Mobiles Theater“?


Weil Theater den Kindern und Jugendlichen Suchtkonflikte sichtbar und verständlich macht. „Was man spielend lernt, bleibt umso besser haften.“ Deshalb geht „Kunst gegen Sucht e.V.“ mit den Stücken „Mama geht’s heut nicht so gut“ und „Ich Komma Saufen“ auf Wanderschaft durch nordrhein-westfälische Schulen.

Die Schirmherrschaft für das Projekt haben Dr. Dorothée Achenbach, Marit von Ahlefeld und Prof. Michael Schirner übernommen.

   Um das „Mobile Theater“ für Ihre Schule zu buchen, nehmen Sie ganz einfach Kontakt zu uns auf. Dabei sprechen wir mit Ihnen auch ganz individuell über die Finanzierung. In jedem Fall leisten Sie mit dem „Mobilen Theater“ einen wichtigen Beitrag zur Suchtprävention und geben Kindern/Jugendlichen eine erste Plattform, auf der sie über ihre Ängste, Sorgen und Nöte sprechen können. Falls erforderlich, sorgt „Kunst gegen Sucht e.V.“ auch für eine langfristige Nachbetreuung.

Für acht- bis zwölfjährige Kinder:
„Mama geht es heute nicht so gut“
von Mathias Schuh (Theaterachse Salzburg)

Für Jugendliche ab 14 Jahre:
„Ich Komma Saufen“
Klassenzimmerstück von Holger Schober


Beide Stücke werden nur in Verbindung mit der Nachbereitung durch „Kunst gegen Sucht e.V.“ angeboten.



Mama geht's heut nicht so gut


Informationen zum Stück „Mama geht’s heut nicht so gut“


Inhalt 

Ria ist neun Jahre alt und hat einen kleinen Bruder von eineinhalb Jahren. Ihr Vater ist beruflich im Ausland und ihre Mama ist alkoholabhängig. Ria ist eine gute Schülerin. Sie gibt sich alle Mühe, nach außen hin alles normal erscheinen zu lassen, leidet jedoch sehr unter ihrer Verantwortung. Sie kann sich auf ihre Mutter nicht mehr verlassen und da sie ihr Familiengeheimnis hütet, wird auch lange Zeit niemand auf ihre Situation aufmerksam. Sie übernimmt wie selbstverständlich den Haushalt und schließlich die Pflege ihres Bruders. Sie hat keine Zeit mehr für ihre Freundin Tania. Rias Mutter vergisst den Geburtstag ihrer Tochter und zum ersten Mal gibt es keine Geburtstagsparty. Tania glaubt, nicht eingeladen zu sein, und ruft Ria an. Tania hat längst eine Vermutung, denn ihrer Mutter, die früher viel Kontakt zu Rias Mutter hatte, kommt das Verhalten von Tanias Freundin schon länger seltsam und gleichzeitig bekannt vor. Ihr Vater war vor langer Zeit ebenfalls alkoholabhängig. Tania bittet Ria, ihrer Mama von Rias Situation erzählen zu dürfen, und Ria willigt ein. Tanias Mutter beschließt, Ria zu unterstützen.

Auf einfühlsame Weise nimmt dieses Stück das Kind Ria in den Mittelpunkt der Handlung: ihre Probleme, ihre unterschiedlichen Gefühle, ihre Zerrissenheit und die vielen Rollen, die sie in ihrer Situation auf sich nimmt und durchlebt.

Daten

Bei der Düsseldorfer Inszenierung von „Mama geht’s heut nicht so gut“ handelt es sich um die deutsche Erstaufführung.

Zielgruppe:    Kinder ab acht Jahre, Eltern, Pädagogen
Stücklänge:   45 Minuten
Autor:             Mathias Schuh (Gründungsmitglied der „Theaterachse Salzburg“)
Regie:            Lars Krückeberg (Leiter „Freie Bühne Düsseldorf)

Die Freie Bühne Düsseldorf zählt laut Düsseldorfer Hefte zu den „profiliertesten Theaterensembles Düsseldorfs“ und ihr Leiter und Gründer, der Regisseur, Schauspieler und Autor Lars Krückeberg gilt als der „kreativste Kopf der Freien Theaterszene der Landeshauptstadt“.

Musik:                                                           Thomas Melcher
Ausführende/Produktion:                           Freie Bühne Düsseldorf 
Laufzeit der Düsseldorfer Produktion:     2009/2010/2011
Spielorte:                                                      Schulen und Jugendeinrichtungen

Das Stück wird nur in Verbindung mit der Nachbereitung durch „Kunst gegen Sucht e.V.“ angeboten.

Statistik

Das Theaterstück „Mama geht es heute nicht so gut“ wurde bis Ende Mai 2011 an über 20 Schulen in Düsseldorf und Umgebung aufgeführt. Ca. 3000 Schülerinnen und Schüler nahmen an den psychologischen Nachbereitungen in den Klassenverbänden teil und äußerten sich zum Theaterstück und ihren persönlichen Erfahrungen. Die Nachbesprechungen erfolgten in den Klassenräumen der Schülerinnen und Schüler in vertrauter Umgebung.

 

Reaktionen der Schülerinnen und Schüler


Alkohol/andere Drogen:

Die Gefährlichkeit von Drogen (insbesondere Alkohol) war den Schülerinnen und Schülern bekannt. Die lebensnahe Darstellung auf der Bühne führte den Schülerinnen und Schülern vor Augen, dass Alkohol keine Probleme löst und die Weiterentwicklung der Persönlichkeit von Menschen verhindert.

Erlebte Realität:

Detailliert beschrieben die Schülerinnen und Schüler typische Verhaltensweisen von abhängigen Erwachsenen aus dem Blickwinkel eigenen Erlebens. Hierzu gehörten Schilderungen von trinkenden und verstummten Eltern, lebensgefährlichen Unfällen unter Alkoholeinfluss und Gewalt in ihnen bekannten Familien.

Wie realistisch die süchtigen Erwachsenen wahrgenommen wurden, zeigte die Äußerung eines 12jährigen Jungen: „Vielleicht ist es ganz gut, wenn die Mutter zu betrunken war, um sich um ihr Baby zu kümmern“, sagte er langsam und nachdenklich und fuhr fort: „Sie hätte das Baby wahrscheinlich fallen lassen, betrunken wie sie war“. Zeitungsberichten zufolge, die den Schülerinnen und Schülern frisch in Erinnerung waren, hatte ein Vater im betrunkenen Zustand sein kleines Kind fallen lassen, das daraufhin verstarb.

Schuld und Scham:            

Sehr wichtig war den Schülerinnen und Schülern die Erkenntnis, für das Verhalten ihrer trinkenden Eltern und Geschwister nicht verantwortlich zu sein und sich nicht schämen zu müssen.  

Freundschaft als Ort der Begegnung: 

Freundschaft wurde von den Schülerinnen als eine sehr wichtige Möglichkeit gewertet, vertrauensvolle Beziehungen und Bindungen unabhängig von den Wertesystemen der eigenen Familie aufzubauen und zu pflegen.

„Du musst das nicht gleich der ganzen Welt sagen, aber der Freundin kannst Du das ja mal berichten, damit sie einen unterstützen kann“, meinte eine Schülerin. Und: „Die Freundin soll einen verstehen und schweigen, dann braucht man sich nicht zu schämen“. 

Feedback der Lehrerinnen und Lehrer:

Die Kinder verfolgten die Aufführungen mit Aufmerksamkeit und Wachsamkeit. Sie konnten die Inhalte des Stückes gut verstehen und beteiligten sich rege an den Nachbesprechungen. Überraschenderweise meldeten sich auch Kinder, die sonst eher ruhig sind, mit offenen Wortbeiträgen.

Einschätzung:

Die Reaktion der Schülerinnen und Schüler zeigten, welch hoher Bedarf an einem offenen Austausch und einer damit verbundenen emotionalen Stützung der Kinder besteht.

Andreas Schulz, Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor DGSv


Das „Mobile Theater“ direkt an Ihrer Schule

Das „Mobile Theater“ können Sie direkt für Ihre Schule buchen. Dabei sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:


  • Spielfläche von mindestens fünf Metern Tiefe; diese muss sich vollständig auf einer Ebene befinden und darf z.B. keine Stufen haben
  • Der Raum sollte abdunkelbar sein
  • Es sollte eine separate Beleuchtung für die Spielfläche geben; das Licht im Zuschauerraum sollte ausgeschaltet werden können, so dass nur das Bühnenlicht in Betrieb ist
  • Idealerweise sollte eine Tonanlage vorhanden sein, an die ein CD-Player angeschlossen werden kann. Von der Tonanlage aus muss Einsicht auf die Bühne gewährleistet sein
  • Ca. 270 Kinder als Zuschauer, kleinere Schulen sollten sich zusammenschließen
An Schulen im Raum Düsseldorf war das „Mobile Theater“ bereits mit großem Erfolg unterwegs. Hier haben über 3.000 Schüler/innen das Stück „Mama geht es heute nicht so gut“ gesehen. Erste Reaktionen der Schulen finden Sie auf unserer Website unter Dankesbriefe. Wenn das „Mobile Theater“ auch an Ihrer Schule zu Gast sein soll, nehmen Sie ganz einfach Kontakt zu uns auf. Dabei sprechen wir mit Ihnen auch ganz individuell über die Finanzierung. In jedem Fall leisten Sie mit dem „Mobilen Theater“ einen wichtigen Beitrag zur Suchtprävention und geben Kindern/Jugendlichen aus suchtbelasteten Familien eine erste Plattform, auf der sie über ihre Ängste, Sorgen und Nöte sprechen können. Falls erforderlich, sorgt „Kunst gegen Sucht e.V.“ auch für eine langfristige Nachbetreuung.



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Ich komma saufen


Informationen zu „Ich komma saufen“

Klassenzimmerstück von Holger Schober

 
Inhalt

H. ist trocken. Das war nicht immer so. Als H. jung war, da war er Alkoholiker, obwohl er das selbst nie so gesehen hat, aber wer tut das schon. H. stand am Abgrund und viele seiner Freunde waren schon einen Schritt weiter. Aber jetzt ist H. trocken und wird vom Unterrichtsministerium herum geschickt, um jungen Menschen, die so alt sind, wie er damals war, über die Gefahren von Alkohol zu erzählen. Aber H. hat keinen Bock darauf. Schließlich hatte er immer alles unter Kontrolle, meistens. Und schlimme Dinge passieren eben. Aber je mehr wir aus H.s Leben erfahren, desto klarer wird: Es ist nicht immer nur Spaß im Glas. 

 

Methodik

Es ist nicht immer sinnvoll, den Schüler/innen mitzuteilen, dass eine Theatervorstellung auf sie zukommt. Das Stück „Ich Komma Saufen“ arbeitet verstärkt mit dem Überraschungseffekt. Der Schauspieler kommt in die Klasse, niemand weiß so recht, ist das jetzt echt oder gespielt. Die Schüler erleben so intensiver das Geschehen mit und sind nicht durch eventuelle Vorurteile oder Ängste gegenüber dem Medium Theater beeinflusst.  


Daten

 „Ich komma saufen“ von Holger Schober ist das erste Theaterstück im deutschsprachigen Raum, das sich der als „Koma-Trinken“ beschriebenen Problematik annimmt. Dieses geschieht als „Klassenzimmerstück“, der wohl intimsten Form des Theaters an Schulen. Das „Klassenzimmertheater“ ist ein eigenes Genre innerhalb der Spartenzuordnung „Kinder- und Jugendtheater“.  Holger Schober gilt als herausragender Autor  dieses Genres. „Ich komma saufen“ wurde im Oktober 2009 am Wiener Klassenzimmertheater, dem Ensemble des Autors, uraufgeführt. Die deutsche Erstaufführung fand am Mecklenburgischen Landestheater Parchim statt. „Kunst gegen Sucht e.V.“ und die „Freie Bühne Düsseldorf“ werden „Ich komma saufen“ erstmals in NRW zeigen.

Zielgruppe:   

Jugendliche ab vierzehn Jahre, Eltern, Lehrer, Pädagogen, Therapeuten

 
Stücklänge:    45 Minuten
 
Autor:             Holger Schober

Holger Schober absolvierte ein Schauspielstudium am Max Reinhard Seminar sowie eine Ausbildung im Fach Kulturmanagement. Seit 1997 schreibt der Autor für die Bühne sowie Drehbücher für Film und Fernsehen.

Für sein  Stück HIKIKOMORI wurde er für den Deutschen Jugendtheaterpreis 2006 nominiert. Die Uraufführungsinszenierung seines Stückes CLYDE UND BONNIE  gewann den österreichischen Jugendtheaterpreis "Stella" in zwei Kategorien.

Hauptrolle:                                                    Marco Pickart Alvaro
                                                                        (Burghofbühne Dinslaken)

Regie:                                                           Lars Krückeberg
                                                                        (Leiter „Freie Bühne Düsseldorf“)
 
Ausführende/Produktion:                           Freie Bühne Düsseldorf
 
Laufzeit der Düsseldorfer Produktion:     2011/2012

Flyer 2012, Ich Komma Saufen
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